Am 15. Jänner präsentiert Down-Syndrom Wien seine Kampagne „Na und.“

Liebe TänzerInnen und Freunde von „Ich bin O.K.“,

am 15. Jänner präsentiert Down-Syndrom Wien seine Kampagne „Na und.“

Datum: 15. 1. 2020, 18 Uhr

Location: Badeschiff Wien / Donaukanal, 1, Franz-Josefs-Kai 4

Moderation: Dorothee Hartinger

Überraschungen: viele

Ihr seid herzlich eingeladen!

Bitte weitersagen – Down-Syndrom Wien freut sich auf viele, viele Gäste.

www.down-syndrom.wien

Flyer Down-Syndrom-Campagne

Positionspapier „Down-Syndrom. Na und.“

„Nichts ist schädlicher für die Entwicklung des Selbst, als von reichhaltigen sozialen Beziehungen aus- gegrenzt zu werden. Dies ist der Grundgedanke einer Theorie und Praxis der Inklusion von Kindern mit einer Behinderung.“
Unser Bildungssystem. Ein Fall für die Sonderschule.
Wir wollen: Inklusion von Anfang an.

Bereits 2013 zeigte sich der UN-Fachausschuss besorgt darüber, dass die Zahl der hierzulande in Sonderschulen unterrichteten Schülerinnen und Schüler nicht sinkt, sondern im Gegenteil sogar ansteigt. Anlass dazu war die Staatenprüfung Österreichs zur Einhaltung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN 2008).
In Wien, als Beispiel, wurden 2018 erstmals mehr Kinder in Sonderschulen unterrichtet als in Integrationsklassen.
Seit 2010 sinkt in Wien die Zahl der in Integrationsklassen beschulten Kinder mit einer Behinderung
Eltern wird oft geraten, ihre Kinder in die Sonderschule zu geben – Regelschulen und Kindergärten in Wien sind für Inklusion schlecht ausgestattet.

Endstation Behinderung.

Mit einem Kind ohne Behinderung kann man aus einer Fülle an Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen etc.) wählen und es gelten einzig Entscheidungskriterien wie: Ist ein Platz frei oder passt die Meldeadresse?
Bei unseren Töchtern und Söhnen mit Down-Syndrom entscheidet hingegen die Behinderung.
Wir wollen das nicht mehr hinnehmen.
Unsere Kinder werden selbstverständlich durch unser Bildungssystem segregiert.

Wir wollen ein anderes Selbstverständnis.

Wir wollen, dass es selbstverständlich ist, dass unsere Kinder mit Gleichaltrigen den Kindergarten und die Schule (samt Nachmittags- und Ferienbetreuung) der jeweiligen Heimatgemeinde besuchen dürfen.
Wir wollen, dass unsere Kinder überall dort, wo wir sie anmelden wollen, ohne Wenn und Aber willkommen geheißen werden.
Wir wollen, dass unsere Kinder gleichberechtigter Teil der Gesellschaft sind und als gleichwertig geschätzt werden.
Wir wollen, dass das jeweilige System (Kindergarten, Schule, Nachmittagsbetreuung etc.) beweisen muss, dass es unsere Kinder betreuen kann – und nicht, wie derzeit üblich, dass unsere Kinder beweisen müssen, dass sie hineinpassen. Dafür brauchen Schulen und Kindergärten Assistenzberufe wie z.B. Pflegepersonal, SozialpädagogInnen, etc.
Wir wollen, dass Lehrpläne individualisiert werden.
Wir wollen, dass alle Schulen gleich gut ausgestattet sind. Derzeit werden viel mehr finanzielle Mittel in die Ausstattung von Sonderschulen investiert. Integrationsklassen in Regelschulen erhalten nicht die gleichen Ressourcen – sehr oft ist das auch der einzige Grund, warum unsere Kinder dann in Sonderschulen gehen.
Diese finanzielle Ungleichheit ist unfair – die Wahlfreiheit bezüglich der Bildungskarriere unserer Kinder, inklusiv oder nicht, führt sich dadurch oft selbst ad absurdum.

Warum wollen wir das?

Wir wollen das, weil die Österreichische Bundesverfassung, Artikel 7. (1), auch gelebt werden soll:
„Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.“
Wir wollen das, weil unsere Kinder aufgrund des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN 2008) ein Recht auf Inklusion haben.
Wir wollen das, weil zahlreiche Studien bestätigen, dass es für ALLE wesentlich besser ist, wenn ALLE gemeinsam Lernen. Inklusion von Anfang an fördert soziales Lernen, erhöht die Chancen von bildungsschwachen Kindern und schadet leistungsstarken Kindern nicht.
Wir wollen das, damit ALLE miteinander lernen, selbstverständlich miteinander zu leben. FreundInnen im Kindergarten und SchulkollegInnen sind die NachbarInnen, ArbeitskollegInnen, ChefInnen, etc. der Zukunft. Alle Kinder brauchen den selbstverständlichen Umgang mit ihren Mitmenschen.
Wir sind dem Staat dankbar für finanzielle Unterstützung (Pflegegeld, Therapieangebote, etc.). Aber wir wünschen uns, als allerwichtigsten Schritt zur Inklusion, die selbstverständliche Öffnung der Regelbildungseinrichtungen für unsere Kinder.
Gemeinsames Lernen schafft die Grundlagen für gemeinsames Leben. Inklusion von Anfang an ist die Basis für ein selbstbestimmtes Leben unserer Kinder innerhalb der Gemeinschaft. Es erleichtert den Zugang zur Arbeitswelt, zu Wohnraum, etc.
Wir wollen für unsere Töchter und Söhne eine stabile Inklusion. Von Anfang an.
Die Antwort auf „Down-Syndrom“ darf in Zukunft nicht lauten: „Sonderschule!“
Sondern einfach: „Na und.“