mdw: Fachtagung für inklusives Musizieren und Tanzen

Am 7. Juni 2019 fand im Joseph-Haydn-Saal der mdw die diesjährige inklusive Fachtagung statt; wie in jedem Jahr handelte es sich um eine Kooperation des Instituts für musikpädagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren (IMP), des Instituts für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie der mdw und der Musikschule Wien.

Beate Hennenberg, Helga Neira Zugasty und Michael Weber

Nach einer Begrüßung der Organisator_innen Beate Hennenberg, Helga Neira Zugasty und Michael Weber stellte Susanne Quinten (TU Dortmund) in ihrem Vortrag „Inklusiver Tanz – Forschungsbefunde und Konsequenzen für die Vermittlungspraxis“ ihre Forschungsansätze vor. Dabei ging es um die gleichwertige Einbindung von Menschen verschiedenster Voraussetzungen in die Tanzpraxis, um die Sicht auf die deutliche Verschiedenheit und die Akzeptanz von Vielfalt als Bereicherung. Strategien der Zuschauer (Sarah Whatley) können folgende sein: Passive oppressive, Passive conservative, Post passive, Active witness und Immersion; mit diesen kann dann wiederum gearbeitet werden. Nach dem Vortrag schloss sich eine Diskussion mit dem Publikum an, zahlreiche Studierende meldeten sich zu Wort.

Es folgte die Vorstellung des beeindruckenden, aber auch zahlreiche Ressourcen zurückgreifen könnenden inklusiven Musik- und Tanzprojekts „Spiel Raum Musik“ des Orff Instituts, verantwortlich sind Susanne Rebholz und Shirley Salmon.

Danach gab es zwei Workshops: Zunächst zeigten Nora Schnabl-Andritsch und Virginie Roy die Ergebnisse von „The Art of Inclusion: Modellierung polyästhetischer Ansätze in der Inklusion“ in einem offenen Workshop für Schüler_innen“. Zeitgenössischer Tanz, rhythmisch-musikalische Bodypercussion und bildnerisches Gestalten halfen dabei, dass Schüler_innen inklusiver Klassen einer NMS Erfahrungen rund um Polyästhetik machen konnten.

Hana Zanin zeigt Grundübungen der Tanztechnikern

Danach stellte Hana Zanin, Leiterin des inklusiven Tanzvereins „Ich bin OK“, ein neu geschaffenes Berufsfeld im künstlerisch-pädagogischen Bereich des Vereins vor: Ambitionierte, fortgeschrittene Tänzer_innen werden zu professionellen Tanzassistent_innen ausgebildet, indem sie – im Team mit gruppenleitenden Personen – Grundübungen der Tanztechniken Modern Dance und Hip Hop Tanz vor den Klassen und Gruppen, in welchen sie eingesetzt sind, vorstellen. Eine gemeinsame Abschlussrunde, moderiert von Hanne Pilgrim, zeigte neue Erkenntnisse und natürlich wieder neu zu beschreitende Wege.

Text: Beate Hennenberg, Fotos © Universität für Musik und darstellende Kunst Wien