Letzte Abendvorstellung „Pal, mein Bruder“

Ein Geschwisterpaar auf der Suche nach der eigenen Identität, irgendwo zwischen orientalischem Märchen und harter Realität.

„Pal, mein Bruder!“ erzählt die märchenhafte und doch wahre Geschichte eines ungleichen Geschwisterpaares, das aus der eigenen Heimat fliehen musste. Pal und Jasmeet, Schwester und Bruder, sind als Angehörige einer religiösen Minderheit ohnehin an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Eine doppelte Stigmatisierung erfährt die Familie durch die Behinderung des Sohnes, der mit Down Syndrom geboren wurde. In Österreich wird Pal an der Seite seiner Schwester überraschend als Tänzer entdeckt und tritt auf den großen Bühnen des Landes auf. Für beide beginnt eine von der Leidenschaft für den Tanz geprägtes Leben.  Während sich die Dinge, vor allem für Pal, zum Positiven zu wenden scheinen, wird der Kampf um Asyl und Bleiberecht zur Geduldsprobe mit unsicherem Ausgang für die ganze Familie….

HEUTE 19.30 UHR im THEATER AKZENT €30,00 / 28,00 / 22,00 / 18,00
Hier geht’s zu den Tickets!

„Hochintelligent ist dieser Stoff ans Theater gebracht worden. Autodiegese in Reinform kann man das nennen, ein Brennglas der globalisierten Realität. Die Diversität und Inklusion, die für das subjektive Schicksal der HauptdarstellerInnen so bedeutend sind, führen am Theater zu einem spiegelneuronenbefeuernden und dabei unterhaltsamen Abend. (…) Das Tanzstück zeigt, wie eine komplexe und politische Biografie sinnlich und mitreißend und inklusiv auf die Bühne gebracht werden kann, ohne sich in Mitleid zu verlieren. Das wunderbare Produkt dieser Anstrengungen vermittelt leichtfüßig eine ernste, aus mehreren disparaten Fäden zusammengeknüpfte Botschaft: Dass gesellschaftliche Normen, egal ob hier oder woanders, egal ob diskursiv vermittelt oder am eigenen Leib erfahren, egal auch ob alt oder neu, gewaltvolle Schranken setzen, dass es aber auch möglich ist, seine Geschichte künstlerisch und allumfassend hilfreich zu verarbeiten. Anfangen muss man dabei mit seinen Nachbarn, mit seinen Nächsten.“
Timon Mikocki, junge Kritik, erschienen am 28.April 2018